Folgende Grundsätze sollten Sie ein Hundeleben lang beherzigen:

Mein Hund ist ein Rudeltier. Ich bin sein Boss. Ich mache keine Fehler, denn das würde mein Hund nicht verstehen. Was ich sage ist Gesetz. Mein Hund kann nicht diskutieren. Als Rudelführer stehen mir besondere Rechte zu. Ich esse bevor mein Hund frisst, ich gehe als Erster durch die Tür, ich kann auf dem Lagerplatz meines Hundes sitzen, wann immer es mir gefällt - er jedoch nicht auf meinem. Dies mag autoritär erscheinen, entspricht aber dem natürlichen Verhalten im Rudel.

Strafen werden sich weitgehend vermeiden lassen, wenn es Ihnen gelingt, Ihrem Welpen auf natürliche Weise Ihre Dominanz zu zeigen. Gant ohne ein "Nein" werden Sie jedoch nicht auskommen.

 

Macht er etwas falsch, sollten Sie ihn nicht schimpfen, sondern ignorieren. Wenn Sie Ihren Hund nicht beachten und nicht auf ihn reagieren, wird er das am ehesten verstehen. Loben Sie ihn erstwieder, wenn erwünschte Verhalten gezeigt werden. Dieses einfache Prinzip ist in der Realität häufig recht schwierig umzusetzen. Sie müssen sich sehr konzentrieren und Ihren jungen Vierbeiner beobachten, damit Sie gewünschte Verhalten auch sofort mit Lob bedenken. Und Ignorieren heißt: gar nichts tun, nicht gucken, nicht schimpfen, auch nicht ganz leise, sondern stumm bleiben und sich abwenden.

Lob und Tadel:

Damit Ihr Hund Sie verstehen kann, ist es wichtig, dass Sie schnell reagieren. Gerade mal ein bis zwei Sekunden haben Sie Zeit, um ein Verhalten mit einem positiven Reiz (Lob) oder einem negativen Reiz (Strafe) zu belegen. Danach weiß Ihr Hund nicht mehr, warum Sie reagiert haben und bezieht es schon auf seine nächste Handlung.

Lob:

Lob kann ein freundliches Wort sein, ein streicheln, kraulen, ein Leckerchen oder der Ball , der wegfliegt. Aber bitte immer nur eins!

Auch ein Lob soll etwas Besonderes sein, und deshalb wird nur gelobt, wenn der Hund etwas Besonderes getan hat. Für die ersten Sitzübungen wird also noch jedesmal gelobt, wenn es dann fast immer klappt schon seltener und irdendwann gar nicht mehr. Dann ist es sebstverständlich, dass diese Übung befolgt wird. Lob gibt es dann schon längst für andere Aufgaben.

 

Tadel:

Bei den "Strafen" reicht der Katalog vom Nichtbeachten über ein "Nein" oder "Pfui" bis hin zum mehr oder weniger leichten Ruck am Halsband. Dabei muss das Maß abgestimmt sein, auf das Alter, den Ausbildungsstand und die Situation.

Absolut zu vermeiden:

Bitte,bitte komm! Das sollten Sie nicht nur niemals rufen, sondern noch nicht einmal denken! Auch wenn Sie die Geduld verlässt, dürfen Sie niemals vergessen, dass Hunde Rudeltiere sind. Gerade Welpen sind nach der Trennung von Wurfgeschwistern und Mutter froh, wenn sie bei Ihnen Anschluss finden können. Rufen Sie Ihren Welpen nur dann, wenn er ohnehin gerade zu Ihnen kommt oder Sie völlig sicher sind, dass er kommen wird. Jedes vergebliche Rufen ist ein Autoritätsverlust für Sie. Rufen Sie auch nicht zu oft.

Allein zu Hause:

Jeder Hund sollte lernen, allein zu Hause zu bleiben. Die ersten Übungseinheiten sollten kurz sein. Verlassen Sie Ihren jungen Hund zunächst nur, um allein in den Nebenraum zu gehen. Gehen Sie ohne viel zu sagen, ein kurzes "Bleib" genügt. Anfangs kommen Sie nach einer Minute zurück, später dehnen Sie die Zeitspanne aus. Nach diesen ersten Übungen erhöhen Sie nicht nur die Zeitspanne, sondern auch die Entfernung.

Sauberkeitstraining dse Welpen:

Ein Welpe kann seinen Urin noch nicht lange zurückhalten. Junge Hunde sollten nach dem Fressen und nach dem Schlafen Gelegenheit haben, sich zu lösen. In den ersten Wochen liegt dieser Platz in unmittelbarer Nähe der Haustür. Nach und nach, bei länger werdenden Spaziergängen, wird der junge Hund lernen, sich draußen zu lösen. Auch nach dem Spielen sollte der Welpe nach draußen gebracht werden.

 

Und wenn es dann doch "passiert"?

Bewahren Sie Ruhe, auch wenn Sie sich noch so ärgern. Reinigen Sie gründlich, so dass der Geruch des Urins nicht haften bleibt. Beachten Sie Ihren Welpen dabei nicht, schauen Sie ihn nicht an, sprechen Sie nicht mit ihm. Nur, wenn Sie den Kleinen direkt erwischen, wie er sich hinhockt, um Ihren Wohnungsboden zu verschmutzen, dürfen und sollen Sie Ihrem Ärger freien Lauf lassen. Ein lautes "Nein" oder "Pfui" und gleichzeitiges Raustragen des Welpen ist in dieser Situation sinnvoll - aber nur in dieser.

Erste Begegnungen eines Welpen mit fremden Hunden:

Seien Sie vorsichtig und vor allem Aufmerksam. Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und führen Sie ihn langsam an andere Hunde heran. Erkundigen Sie sich bei den Besitzern der anderen Hunde, wie diese mit Jungtieren umgehen. Unterbinden Sie stürmische Begrüßungen, und vor allem lassen Sie Ihren jungen Hund nicht bei anderen auf den Widerrist, den Schulterbereich, springen.