Ein Brief an mein Buddha - Bärchen Hutch!

 

Vor fast zwei Jahren gingst du ins Regenbogenland. Du bist so weit. Ich spür dich noch immer in meinen Armen. Ich streichle dich. Du fehlst mir, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke. Gerade jetzt bräuchte ich deine ruhige Art, das vertraute Gefühl das du da bist und nicht von meiner Seite weichst, wenn es mir wieder sehr schlecht geht. Du warst da, als die Krankheit mir den Boden unter den Füßen weg riss. Wir haben sie besiegt. Dann mußtest du mich verlassen und ich fügte meinem Körper Schmerzen zu, um den seelischen Schmerz zu verdrängen, doch es klappte nicht. Dafür prasselte zu viel auf mich ein. Der Schmerz dich nie wieder fühlen zu können, die Menschen die einen so sehr enttäuscht haben. All das ist zu viel gewesen.

Zum Glück kamen dann Lilly und Paul in mein Leben, sie schaffen es mich immer wieder auf zu muntern, wenn es mir nicht gut geht. Sie erfüllen mein Herz mit Wärme und Liebe. Ich bin froh sie gefunden zu haben.

Jetzt steht wieder eine OP an und ich bin mir sicher, das sie deinen Platz einnehmen können und an meiner Seite wachen. Gemeinsam werden wir es meistern.

Manche können es nicht verstehen, warum ich so um dich trauere, oder warum man generell um ein Tier so trauert. Das ist wohl weil sie die Liebe eines Hundes noch nie kennenlernen durften und sie den Weg des Abschieds noch nie gehen mußten. Ich hatte dich das erstemal auf dem Arm, da warst du vier Wochen Alt. Wir haben 14 Jahre zusammen verbracht, in denen es sehr schöne Tage aber auch sehr harte Tage gab. Egal ob die Sonne für uns schien oder es stürmte, du warst immer da. Du warst mein bester Freund. Dann kamen die Alters wehwechen, Arthrose, das Herz wollte nicht mehr so und die Nieren machten auch Ärger. Als es dir wieder nicht so gut ging und das Laufen immer schwerer wurde, gingen wir wieder zur Tierärztin. Du wurdest geröngt um nach zu schauen, ob sich Arthrosedornen an deiner Wirbelsäule gebildet haben. Außer ihnen fand man etwas viel schlimmeres, einen riesigen Milztumor. Ich weinte, mir wurde schlecht. Eine Narkose stellte ein großes Risiko da, wegen deinem Herz und den Nieren und du warst ja nicht mehr der Jüngste. Doch für mich kam es nicht in Frage zu warten, bis er platzt und du daran sterben würdest. Also setzten wir alles auf eine Karte.

Die Optionen standen alle schlecht. Entweder würdest du die Narkose nicht überstehen oder der Krebs hat gestreut, dann würden sie auch nicht weiter operieren, sondern dich friedlich einschlafen lassen. Wenn es nur der Milztumor ist und er Gutartig ist, dann hättest du gute Chancen gehabt, wenn er Bösartig ist, dann würde er anschließend streuen.

Bis zur OP konnte ich nichts mehr essen, von Tag zu Tag wurde ich nervöser. Ich bekam Beruhigungstabletten. Dann war er da, der Tag der OP. Ich mußte im Wartezimmer bleiben bis dein Brustkorb geöffnet war und man sich ein Überblick verschaffen konnte, ob es nur die Milz war. Die Ärztin rief mich während der OP rein, der Tumor an deiner Milz war so gigantisch, dass sie ihn mir zeigen wollte. Ein Korallenartiger Fußball großer SCHEISS-TUMOR. Du hast die OP gut überstanden. Es ging dir einige Tage sehr schlecht. Doch dann ging es dir von Tag zu Tag besser, ich war so happy. Es kam jedem vor, als wärst du um Jahre verjüngert worden. Doch es war nur von kurzer dauer.

Du konntest nicht mehr schlafen, ranntest nervös auf und ab. Wir gingen am Mittwoch den 07.07.10 wieder zur Tierärztin. Blutabnahme und Spritzen. Freitag den 09.07.10 wieder dort hin. Blutabnahme und Spritzen. Montag den 12.07.10 nochmal eine letzte Blutabnahme. Mittwoch den 14.07.10 sollten wir dann um 11.15 Uhr da sein, für das Ergebnis. Ich war mir sicher, das es dir bald wieder gut gehen wird mein Buddha Bärchen.

Die Tierärztin schaute mich mit großen Augen an und meinte das wir den Kampf verloren haben. Was meinte sie, was will sie mir sagen? Ich verstand garnichts mehr, mein Kopf tat weh. Dann erklärte sie mir das der Krebs gestreut hat. Ich fragte Sie was wir denn jetzt noch alles machen könnten. Sie antwortete: wir müssen ihn jetzt gehen lassen. Du könntest nicht mehr, der Schmerz wäre so groß, dass du einfach nicht mehr kannst. Meine Tränen kullerten herab. Ich starrte dich an und sagte: bitte nicht, tuh mir das nicht an, ich brauche dich. Dein Blick war, als wolltest du mir sagen, das die Zeit gekommen ist. Meine Stimme versagte. Die Tierärztin hielt mich fest und meinte, ich sollte nur nicken um das JA zu geben. Das "JA"?!, sollte ich Gott spielen? Sie meinte es wäre nur fair, dich jetzt gehen zu lassen. Wir sollten dich nicht mehr leiden lassen. Und das wollte ich ja auch nicht. Mein Kopf bewegte sich auf und ab, die Tränen flossen wie ein Bach. Ich hielt dich die ganze Zeit in meinem Arm und redete mit dir. Als die Ärztin mir dann sagte, das dein Herz aufgehört hat zu schlagen, gingen mir die Beine weg. Ich schrie und schüttelte dich, ich flehte sie an, dich wieder auf zu wecken. Oh Gott was habe ich da gemacht. Ich bin es schuld das dein Herz jetzt nicht mehr schlägt. Ich bin ein Mörder. All das schoss mir durch den Kopf. Ich wollte nicht über Leben und Tod entscheiden. Ich weiß nicht wie lange ich noch an deiner Seite stand. Ich konnte doch nicht einfach gehen und dich da liegen lassen. Doch ich mußte. Man weiß das es eine Freundschaft auf Zeit ist, aber es ist eine wunderbare bedingungslose Liebe und Freundschaft. Egal ob man reich oder arm ist, ob man krank oder gesund ist. Dein Hund liebt dich grenzenlos. Das macht den Abschied um so schwerer.

Einpaar Tage später bist du in einer Urne zu mir zurück gekommen. Viele Tage hielt ich sie in den Armen und weinte und weinte. Und immer wieder schrie ich und bezeichnete mich als Mörderin. Auch wenn es die richtige Entscheidung war, ist es beschissen sie zu treffen.

Die Urne war eine gute Entscheidung, so bist du immer bei mir.

Habe mir ein Buddha tättowieren lassen, so trage ich dich überall mit hin.

Ich liebe dich und werde dich nie vergessen.

 

Deine Mama